UNABHÄNGIGES MAGAZIN FÜR DAS NARZISSTISCHE SCHEITERN DER SPEZIES

 

Leider niemals aussterbende Gattungen 

Volume 1

Tyrstratosaurus rex

Leidartikel

Herzlich willkommen bei psycho fiction, dem neuen Magazin FÜR das narzisstische Scheitern der Spezies Homo sapiens.

 

Nein - wir, die Artikel-Lieferanten aller Alter und Geschlechter, freuen uns im Gegenteil darauf, die Degeneration unserer Art so kreativ und informativ wie möglich zu forcieren, um im evolutionären Unbehagen wenigstens das persönliche etwas zu mindern.

 

Wir wollen und werden uns in unserer Arbeit auf die Analyse jener neuronalen Netzwerke konzentrieren, die einer unglaublich potenten und talentierten Spezies GLEICHZEITIG die absolute Leadership in STUPIDITY vermacht haben: jener Pandemie, gegen die nicht EIN renommierter Pharmakonzern Impfstoffe zu entwickeln gedenkt, und das guten Grundes, wie viele unserer künftigen Artikel noch thematisieren werden.

 

Der Mensch ist unseres Erachtens nicht ein Fehler der Evolution, sondern die Evolution des Fehlers selbst - das wohl gewagteste Experiment der Natur, seit der Säbelzahntiger im Miozän ausgestorben ist. Auch von ihm ist mittlerweile bekannt, dass seine langen Eckzähne in erster Linie sein Imponiergehaben in der Balz stärken sollten. Man kann auch ihn mit Fug und Recht zu jenen Spezies zählen, die kraft ihres narzisstischen Geltungsdranges und dessen negativen egozentrischen Folgen keinen Kometenkrater mehr benötigten.

 

Shalom Auslander schreibt in seinem Roman „Hoffnung“: „Es fällt um einiges leichter, in dieser Welt am Leben zu bleiben, wenn jeder einen für tot hält.“

 

Dies ist eine großartige Spiegelung des neuen Grundregulatives im Zeitalter der digitalen Überschwemmung, das wir vollinhaltlich teilen und respektieren.

 

Wir wissen selbstverständlich, liebe LeserInnen, schon jetzt genau, dass diese Webseite so gut wie niemand konsumieren wird.

 

Dass „Teilen“ das Privileg anspruchsloser Spielseiten für Erwachsene bleiben wird (weswegen wir es erst gar nicht anbieten, ein Blick auf unseren Webcounter oben sagt alles).

 

Und dass STILLE die zukunftsträchtigste Alternative zum allgegenwärtigen zeitgenössischen Missionarstum ist.

Stille werden auch wir nicht ganz schaffen. Wir sehen dafür die möglichst prägnante KÜRZE unserer Beiträge als ihren unmittelbar nächsten, eigentlich rückzugswilligen Nachbarn.

Diese Seite ist und sei vor allem ein Ausdrucks-Forum für „Ausgepresste“ bzw „Ausgedrückte“, die sich zwar längste Zeit bereits innerlich recht „ausgepresst“ fühlen, sich dabei aber paradoxerweise immer noch AUSDRÜCKEN wollen - und zwar ganz ohne Hoffnung, dabei jemals auf irgendeine dürstende Klientel zu treffen.

Die neue neuronale Vernetzung, die wir in uns selbst anstreben, kann man poetisch etwa so beschreiben:

„Nach der sinnlosen Zitronierung des Vollkoffer-Tees möchte ich diese Welt wenigstens als würdevoll geschrumpelte Schale wieder verlassen.“

 

In diesem Sinn freuen wir uns sehr auf deinen gelegentlichen Besuch dieser Seite!

 

Die Redaktion    UP

Die liebenswerte Beharrlichkeit des kollektiven Fehlers

 

Wäre Jesus heutzutage unterwegs, selbst er könnte ihn nicht mehr ausmerzen. Möglicherweise verfiele er ihm sogar selbst, denn nichts ist so felsenfest und steinhart wie Beton, der den menschlichen Kopf als Mischmaschine verwendet hat.

 

Da schickt ihm sein Vater - egal ob in irdischen oder himmlischen Angelegenheiten - bestimmt auch einmal „eine“ SMS, wie das die Meisten gerne und häufig tun.

 

„Eine“ SMS, kurz für „Short Message Service“, hat sich also zunächst nicht als DEN oder DAS Service verschickt, der ihr wahres Geschlecht eigentlich repräsentieren müsste, nein, sie gibt sich im breiten Volksmund lieber ängstlich zum Femininen gegendert - vielleicht aus Gründen überall erwarteter political correctness.

 

Und doch steckt ein markantes unbewusstes Warnsignal hinter dem Artikelfehler. Denn JA, selbstverständlich hat Jesus seinem Vater nur mit EINER Short Message geantwortet - DER kurzen Botschaft zum bedauerlichen Zustand der Kirche vielleicht.

 

Ansonsten sind sie sich aber mit der breiten Masse der Bevölkerung völlig einig und schicken sich und ein paar anonym Bekehrenswerten immer wieder DAS eine oder andere SMS, wissen sie doch als universal Ausgebildete genau, dass man zum Dienstleistungs-Service DER wie DAS sagen darf.

 

Man schickt oder erhält somit immer EIN oder EINEN SMS, sprich: eine Short Message INKLUSIVE angeschlossenem Service (und erst auf den kommt es in der Artikelgebung an).

 

Trotzdem denkt der meist glückliche Empfänger nie daran, dass sich im Anhang der neuen Nachricht immer ein riesiges Computernetzwerk, ganze Hotline-Teams und an die tausend Sendemasten befinden, hat er doch soeben einen ganzen Short Message SERVICE erhalten, und nicht bloß eine SM, wie das in bescheideneren Zeiten als der unseren wahrscheinlich ausgereicht hätte.    UP

Neulich, vor dem "Fenz"

Das Fenz ist unser Stammcafé. An sonnigen Tagen sitzen wir gerne straßenseitig im Schanigarten. Oben im ersten Stock lehnt eine Gelangweilte oft stundenlang in ihrem Fenster und sieht uns beim Melangieren zu.

 

An jenem Nachmittag bog der Neid in einem prächtigen neuen Cabrio in unser Gässchen, rollte gemächlich an den staunenden Blicken der wenigen Passanten vorbei und parkte sich dann demonstrativ lässig genau vor unseren Tischen ein.

 

Die goscherte Gier war sofort gänzlich außer sich, tänzelte juchzend um das sündteure Gefährt herum, und Sekunden später saß sie - natürlich! - dem Angeber auch schon auf dem Schoß, mit garantiert eindeutigen Kommentaren zu ihrem Schmiegen und Schmeicheln, während sie immer wieder über die exklusiven Ledersitze strich.

 

Hochroten Kopfes erhob sich der Zorn, ging schnurstracks nach hinten ins Billardzimmer, kam konzentrierten Schrittes zurück und zertrümmerte dem goldlackierten Prachtexemplar sämtliche Scheinwerfer mit seinem schon ziemlich verkerbten Queue.

 

Die entsetzten Neuverliebten waren kaum aus dem Wagen, als er in einem furchtbaren Tösen explodierte, denn hinten hatte sich der Hass mit seinem schwarzen Zippo längst am Tankdeckel zu schaffen gemacht.

 

Schreiend retteten sie sich auf die andere Gassenseite. Aus dem Nebenhaus kam zitternd und bebend die Angst herbei gelaufen, keuchend aber ratlos, während der wie immer souverän elegant gekleidete Verstand das brennende Fahrzeug sofort mit Mineralwasser zu löschen versuchte.

 

Klein Sorgsam, ein liebes altes Weiblein und ebenfalls Stammgast im Fenz, schrie der Gelangweilten im ersten Stock zu, sie möge sofort die Feuerwehr rufen, doch die rührte keinen Finger. „Sind mir alle gleichgültig.“ murmelte sie nur.

 

Als die Einsatzkräfte endlich doch eintrafen (vermutlich von der sonst wenig beschäftigten Einsamkeit auf dem Sessel ganz hinten verständigt), war der Feuerball längst einer schwarz rauchenden, schleimigen Plastik- und Alumasse gewichen. Die Gelangweilte im Ersten schien sich aus den dichten Dioxindämpfen nach wie vor nichts zu machen. Neid und Gier saßen eng umschlungen auf dem Gehsteig, während sich die beiden gewalttätigen Missetäter am glosenden Motorraum immer noch nicht satt sehen konnten.

 

„Wer hat gesehen, was hier passiert ist?“ brüllte der Einsatzleiter in die Runde der geschockten Zaungäste. Ein vielleicht zwölfjähriges Kind löste sich schüchtern von der Hauswand und ging auf den mächtig übergewichtigen Uniformierten zu.

 

„Name?!“ fuhr er das völlig verunsicherte Figürchen an. 

 

„Lassen Sie mein Kind in Ruhe!“ Wie eine berserkerhafte Urgewalt stemmte sich plötzlich eine riesige Frauengestalt zwischen den Beamten und das Kind und gab sich als dessen Mutter aus. 

 

„Ich muß ihr Kind befragen. Es scheint der einzige Zeuge zu sein.“ „Mag sein!“ höhnte die Resolute aus ihrem mächtig überschminkten, löwinnenhaften Mutter-Gesicht zurück, drückte ihr Liebstes fest an sich und zwang den nicht weniger Massiven gegenüber eindrucksvoll in die Knie.

 

„Aber ein wenig freundlicher, wenn ich bitten darf!“

 

„Kennst du diese Leute?“ wagte sich der Beamte neuerlich und spürbar entschärfter an den kleinen Zeugen, dabei auf die vier Auffälligsten deutend: Neid und Gier fielen wohl durch die nach wie vor erschütterte Blässe in ihren Mienen auf, Zorn und Wut hingegen durch ihre fast lächelnde, verschmitzte Zufriedenheit, die zum rauchenden Szenario rund um das glosende Cabrio, wie zum tiefen Krater im Gehsteig nicht ganz passen wollte.

 

„Ja, ich kenne sie alle.“ flüsterte das Gefühl. „Und sie mich auch.“ Der mittlerweile hinzugezogene Hauptkommissar ließ sich von diesem kindlichen Zusatzkommentar sensiblerweise nicht in die Irre führen. Er wusste (wie alle anderen in unserem Viertel auch), dass die vier Hauptbeteiligten längst hinlänglich amtsbekannt waren.

 

Und so endete schon die erste Befragung ein wenig hollywood-like, denn es tauchten plötzlich vier weitere Polizisten auf, jeder in recht grimmiges Schweigen gehüllt, während die Körpersprachen tatsächlich klar und deutlich sprachen, mit recht gekonnten Schultergiffen und ziemlich zielgerichteten Stößen Richtung Gerechtigkeit.

 

Zorn und Hass trugen plötzlich Handschellen, Neid und Gier wurden ihrerseits, wenn auch etwas weniger ruppig, in einen zweiten Polizeiwagen verfrachtet.

 

Wie ich später erfuhr, wurde auch die Gleichgültigkeit im ersten Stock tags darauf wegen unterlassener Hilfestellung angezeigt, ich vermute von der Wahrheit, jener überaus resoluten Kindesmutter, die ihrem Spross während des Verhörs immer wieder mit dem Zeugefinger mütterlich, aber knapp vor dem Gesicht herumgewedelt hatte.

 

Ein mir bekannter Rechtspfleger erzählte mir Wochen später, die vier in der U-Haft hätten wenig zu sagen gehabt, aber bei allen widersprüchlichen Angaben ständig ein neues gemeinsames Feindbild verflucht: Nie wieder, so mein Informant, würden sie künftig jemals auch nur ein einziges Mal dem Gefühl trauen.

 

Nun ja. Als Zweifel, der während des damaligen Vorfalls mit dem Schicksal ganz friedlich und neutral Schach gespielt hatte, kann ich den Sinn dieser Einstellung noch nicht wirklich nachvollziehen.    UP

Wohin genau trägt der Entscheidungsträger eigentlich seine Verantwortung?

 

Unentschiedene können sich oft nur schwer in die Lage jener versetzen, die von ihnen mit entschiedenem Auftreten betraut wurden.

Dies sei in einer arbeitsteiligen Demokratie auch nicht entscheidend, behaupten sie. Erst wenn ein Entscheidungsträger aufgrund wiederholter Überforderung etwas abgetragen wirkt, flammt bei den Abgeschiedenen gern und schnell die Kritik des Unerträglichen auf.

 

Fest steht zunächst, dass der Entscheidungsträger die Verantwortung konstant auf seinen Schultern trägt. Verfügt er über ein ausgeprägtes empathisches Gewissen, trägt er sie in voller Charaktergröße auch in sich selbst.

 

Druck von aussen und gleichzeitiger Gegendruck von innen lassen den Entscheidungsträger gegenüber den Abgeschiedenen dann relativ ausgeglichen und harmonisch wirken.

 

Auffällig bekannt werden Entscheidungsträger jedoch meist dann, wenn ihnen beim Tragen der Verantwortung auch ein möglichst einträglicher ERTRAG ihrer Verantwortung in den Sinn kommt. Ist ihnen dieser Ertrag nicht gleich ersichtlich, betragen sie sich anderen Verantwortungsträgern gegenüber möglichst auffällig. Sie eilen beispielsweise von Vortrag zu Vortrag, bemängeln in Medien möglichst lautstark alle untragbaren Zustände außerhalb ihres eigenen Terrains, oder beantragen Anträge, die nur ein anderer tragfähiger Verantwortungsträger auszutragen hat.

 

Hier setzt bei ihnen also die bedenkliche psychische Entwicklung vom Tragen zum ERTRAGEN der Verantwortung ein. Sie werden unfreundlicher, in ihren Statements widersprüchlicher, sie wirken zunehmend ratloser, bisweilen sogar arrogant. 

 

Mitten im Tragen der Verantwortung zeigen sich also bereits erste Anzeichen einer potenziellen Tragödie. Der Entscheidungsträger beginnt mit kleinen, dann größeren Übertragungen seiner Zuständigkeiten auf andere, schuldigere Amtsträger, erst mit strengen verbalen Traktaten, bei Fehlern in seiner bisherigen Agrarpolitik möglicherweise sogar mit anrollenden Traktoren - die Flexibilität kritisch traktierter Taktierer ist schier grenzenlos!

 

Jetzt hat es der Entscheidungsträger mit seiner unerträglichen Verantwortung endlich zur vollen Tragweite seiner mangelhaften Entscheidungen geschafft: Volk und andere Repräsentanten treten ihm erst entschieden entgegen, dann treten sie ihn in abträglichen Anträgen sonstwohin, hat sich sein Betragen doch binnen Tagen sogar zum echt beträchtlichen Betrug hin entwickelt.

 

Dorthin hat der ursprüngliche Entscheidungsträger seine ganze Verantwortung also wieder einmal hingetragen:

 

Nicht ins Austragen dringender Gefechte gegen abtragenswerte Untragbarkeiten. Nur in den schwarzen Koffer, den er selbst noch unauffällig tragen kann.

 

Liebe alte Tragödie du!

VIDEO: Kompetente Polit-Profis beim Tragen ihrer Verantwortung    UP  

17 (!) Gefühle in nur zwanzig Minuten

 

Klar bin ich in facebook. Nein, ich BIN dort nicht, ich SAMMLE dort, eigentlich. Gestern von kurz nach acht bis kurz vor halb neun. War wieder der reinste Wahnsinn.

 

Erst weinerlich berührt vom vermissten Stupsi

Dann voll abgehaut über den orangen Trump Comic

Tief beeindruckt vom Spendenaufruf der Warmherzigen Prüder 

Dann zornig, dass einfach wieder nix passiert im Untersuchungsausschuss 

Und voll bestürzt, dass Tom Cruise sich impfen lässt

Thunberg isst gern Thunfisch? Ärgern mich, die blöden Schmähs!

Etwas verwirrt, dass der Regen(?)wald überhaupt brennen kann

Totale Wut, wie die Chemtrails uns die Carports zuscheissen

Aber eure Heckenrosen Babsi, da blüht dir echt das Herz auf!

Vom Harfensolo des Siebenjährigen einfach nur sprachlos verzückt

Dafür voll heiß auf das peinliche Lugner Posting

Empörend, aber zu unscharf die Fahndungsfotos von den zwei Trickdieben

Die neuen Gedichte von Sascha bis zur letzten Zeile ernsthaft studiert

Wirklich uur stolz auf mein Picknick Album (schon 3 Likes in zwei Stunden)

Von wem ist der weise Spruch? Totale Gänsehaut!

Schrecklich schlechtes Gewissen nach den furchtbaren Slum-Fotos

Aber danke Lois für das Chilirezept, schon probiert und voll abgeschwitzt

 

Wo bitte sonst - in welchem Supermarkt, in welchem freundschaftlichen Gespräch, in welcher Liebesbeziehung, wo sonst kriegst du bitte 17 (!) nachhaltige Gefühle in nur zwanzig Minuten? Vom umwerfenden 18. als Gratis Zugabe will ich gar nicht erst reden! Oida, so leer und ausgebrannt warst du noch nie gefühlsecht!    UP

Das Anthropozän (Zeitalter des Homo sapiens) wurde auf einem Youtube Kanal geboren und sammelt "Likes" anstelle von Savannenfrüchten.

 

Narzissmus ist nicht mehr bloß „Selbstliebe“, sondern deren bereits abgeschlossene Evolution hin zur breit populären Kunstform ALLER Superstars für ALLE Megastars.

 

Ich bin längst IMMER - sei es am Mikrofon oder an der verstimmten Zither - ein automatisch GENIALER Ausnahmekünstler (selbst ohne Einnahmen) und dabei meist auch ein Publikumsliebling, sogar bei nur zehnköpfiger Besatzung im Vortragssaal.

 

Im Gegensatz zum Lotto, wo drei Millionen Gewinner des Sechsers keinen Millionär ergäben, steht mir im Anthropozän stets der indiskutable mega Ruhm des Megalithen zu, den ich mit Eventkalendern auf facebook immer schon VOR dem Desaster proklamieren und feiern darf.

 

Denn indem das Anthropozän in den sozialen Hetzwerken nur mehr den STAR algorithmisch zu identifizieren vermag, wird für heute schon betroffene leise Minderheiten wie die LOSER ihre große Zeit erst kommen. Hochgerechnet für 2060, dem von genialen Theoretikern progonostizierten Beginn des Loserozäns, empfiehlt sich daher besonders für Jahrgänge ab 2020 diese simple Strategie hin zum künftigen Superstar:

 

Tue nichts. Wage die Löschung deiner Instagram- und facebook Accounts. Sei still. Im schwarzen Loch rund um dein geniales Individuum wirst du die entsetzt begeisterten Herzen der Massen gewinnen wie kein leuchtender Brüllaffe aus der Achtmilliardenherde jemals vor dir.

BILD: Ausnahmekünstler beim individualistischen Proklamieren seiner Ausgenommenheit.    UP

Um beispielsweise „Dekadenz“ zu verstehen, füge lediglich die Gleichzeitigkeiten der Räume in ihrem räumlichen Geschehen zusammen.

 

Satire ist - unter vielen anderen treffenden Definitionen - auch die möglichst kommentarlose Kombination gleichzeitig stattfindender Weltereignisse.

 

Nichts kann den Eindimensionierten mehr erschüttern als das eigentlich harmlose gemeinsame Picknick der Dimensionen.

 

Oh wie gut täte es syrischen Familien in ihrer fragwürdigen Bombenstimmung, würden sie sich im Luftschutzkeller endlich auf das erlösende Autogene Training einlassen.

 

Oh wie beneidenswert und spöttisch flügelt sich doch das Leben der Krähen immer noch auf die Gräber der Modernden nieder.

 

Und oh wie vorbildlich verschont das bildhafte Fehlen verrottender äthiopischer Weizenfelder den Adipösen, wenn im ZDF gerade hundert kritische Tester die Qualität von Eigenmarken gegenüber Nutella bemängeln.

 

VIDEO: Hoch motivierte EsoterikerInnen beim
„Sag mir, wo die Blumen sind“
    
UP

Was der alles hat! Wut, Erbrechen und Ohnmacht

 

Hysterisch hohe Stimmen verkünden allabendlich den wundersam heilenden Prozente-Regen. Geistig perfekt Möblierte formieren sich zum demonstrativen Familienglück in entbehrlichen Wohnlandschaften, die es selten hinauf bis zum Design-Großglockner schaffen.

 

Trotzdem herrscht geschäftiges Karnevals-Treiben in tausend amüsanten Settings, und jedes von ihnen suggeriert dir in deiner parkettlosen Schüchternheit, doch lieber endlich auf den Putz zu hauen!

 

Die Wut der Zwangsbeputzten vor dem TV ist chancenlos. Kaum dem Blick entrückt, zwängt sich der Clan fröhlicher Unsympathler neuerlich an dein Stammhirn, um dir die unweigerlich gezündete Explosion von morgen mit unverständlich hektischen Off-Texten zu füttern: lange gestauten Hass auf den, der alles hat. Andere Unmöblierte werden ihn ausbaden müssen.

 

Gewiss entlud er sich beispielsweise Ende 2015, am Kippen der Flüchtlingswelle zur rassistischen Skepsis, als viele den importierten Afghanen in serbischer Vermutung als „Putzovic“ verächtlich machten. Wohl kaum ein geistig schwach Tapezierter, der in seinem Schäumen einen mörderischen Zusammenhang mit der XXX Lutz Werbung vermutet hätte.

 

Aber merke: Die Wut der Ohnmächtigen kommt meistens aus dem eigenen Land, weiß sie sich mit nett gestylten Stehlampen auch immer erfolgreich ab zu putzen.

VIDEO: Politisch inkorrekte Fantasie des ungefragt belutzten
Werbeblock-Betrachters
    UP

 
 
 

psycho fiction Herausgegeben von WEAMASCHAUN Private Weltliteratur Heli Deinboek - A-1140 Wien / Osterlich. Unregelmäßig aktualisiert zum oben angegebenen Datum. Kein Artikelarchiv. Fotos: pixabay / Videos: Enlight Videoleap / Musik: Cubase. Diese Webseite enthält Links zu anderen Webseiten, für deren Inhalt wir nicht verantwortlich sind. Haftung für verlinkte Websites besteht laut § 17 ECG für uns nicht, da wir keine Kenntnis rechtswidriger Tätigkeiten hatten und haben, uns solche Rechtswidrigkeiten auch bisher nicht aufgefallen sind und wir Links sofort entfernen, wenn uns Rechtswidrigkeiten bekannt werden.